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Stellungsfehler und ihre Auswirkungen

Dass fehlerhafte Hufstellung und schlechter Hufbeschlag auf Dauer zu erhöhtem Gelenkverschleiß führen, weiß vermutlich jeder. Dass aber auch reiterliche Probleme durch unkorrekten Beschlag entstehen können und wie sie ihn erkennen, erläutert Reiter Revue Autor und Hufschmiedemeister Olaf Optenplatz.
Ein Hufschmied muss nicht nur über ein profundes Wissen über Stellungsfehler, Statik und sonstige Hufprobleme verfügen, er muss auch deren mögliche Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Pferdes kennen. Ein korrekter Hufbeschlag ist die Basis, auf der der Reiter sportliche (und auch freizeitliche) Leistungen vom Pferd verlangen kann. Stimmt diese Basis nicht, kommt es früher oder später zu Schwierigkeiten. So können vermeintlich reiterliche Probleme wie Verweigern am Sprung, Sperren in den Wendungen, Buckeln, Wehren oder mangelnde Lastaufnahme durchaus auf Stellungsfehler zurück zu führen sein. Denn die Leistungsfähigkeit eines Pferdes wird eingeschränkt, wenn die korrekte Stellung der Gliedmaßen gestört ist. Hier wird allerdings oft der Fehler gemacht, dass mancher Schmied auf Biegen und Brechen versucht, das Pferd gerade zu stellen. Auch das kann ebenso wie der Stellungsfehler an sich zu erheblichen Bewegungsstörungen, reiterlichen Problemen und langfristig gesundheitlichen Auswirkungen wie Arthrose, Gallen, Sehnenentzündungen, Spat oder Museklverspannungen führen. Ein intensiver Austausch zwischen Reiter, Trainer und Schmied ist deshalb unumgänglich.

 

Beispiel1

Das Pferd hat Probleme, unter dem Reiter sein Gleichgewicht zu finden:
Überprüfen Sie, ob ihr Pferd eine auffallend schmale Brust hat. In diesem Fall hat es meist auch eine zehenweite Hufstellung. Hat ihr Schmied hier nun versucht, um jeden Preis zu korrigieren, bekommt das Pferd zwangsläufig erhebliche Probleme, seine Gleichgewicht zu halten.

 

Beispiel 2

Das Pferd wehrt sich in der Versammlung, besonders in den Wendungen:
Schauen Sie genau hin: Hat Ihr Pferd eine zehenenge Stellung? Wenn ja, kann das die Ursache für die Probleme sein. Beim unkorrekten Richten der Hufe oder starker Zehenengstellung kann es nämlich passieren, dass sich das Pferd nicht mehr genügend ausbalancieren kann, es kommt zu Verspannungen im Schulter? und Rückenbereich. Hier ist eine unterstützende Hufkorrektur angeraten, die aber individuell auf das einzelne Pferd abzustimmen ist. Bei Zehenengstellung müsste der Schmied so arbeiten, dass das Pferd plan fußt. Außerdem sollte ein untersstützendes Hufeisen angebracht werden, das auf der äußeren Hufseite weit liegt.

 

Beispiel 3

Ihr Pferd zeigt Taktunreinheiten, sperrt sich einseitig und verspannt sich im Schulter und Rückenbereich:
Tritt dieses Problem auf, muss man sich die Winkelung (Zehenachse) der Hufe genau ansehen.
Ist sie unterschiedlich, führt dies automatisch zu unterschiedlichen Bewegungsbögen, das Pferd tritt einseitig kürzer. Eine Korrektur zur Gleichstellung der Hufwinkelungen würde hier Abhilfe schaffen. Bei Nichteinhaltung der richtigen Zehenachse, zum Beispiel bei einem zu flachen Huf, kommt es langfristig zur Überbelastung der tiefen und der oberflächlichen Beugesehne, der Gleichbeine und des Strahlbeins bzw. des Hufrollenapparates.



 

Beispiel 4

Das Pferd wehrt sich allgemein gegen Lastaufnahme: Sehen Sie sich die Stellung der Hinterbeine ihres Pferdes und den aktuellen Beschlag an: Steht Ihr Pferd X oder O beinig Sind die Hinterhufe nicht korrekt durch Hufbeschlag (z. B. durch falsche Winkelung oder durch zu kurze Hufeisen) unterstützt? Allein dies kann dazu führen, das das Pferd Probleme bei der Lastaufnahme hat und sich immer mehr im Rücken verspannt. Da auch dies auf Dauer zu erhöhten Verschleißerscheinungen führen kann, muss Abhilfe geschaffen werden. Bei der X beinigen Stellung muss die äußere Seite des Hufes gekürzt werden bis eine plane Fußung vorliegt. Außerdem sollte ein Hufeisen angebracht werden, das auf der Innenseite etwas weiter liegt. Bei der O beinigen Stellung ist eine umgekehrte Korrektur vorzunehmen, das heißt: Innenseite kürzen und Hufeisen außen weit legen. All diese Korrekturen haben zur Folge, dass das Pferd bei der Lastaufnahme weniger Kraft benötigt und im Ansatz der stützenden Hintergliedmaße keine Verspannungen hervorgerufen werden.

 
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